- Anke Bergmann

- 6. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Das Jahresende ist für viele traditionell eine Phase der Reflexion. Die Feiertage erlauben es uns, den Rhythmus zu verlangsamen und den Blick nach innen zu richten. Zugleich lädt der bevorstehende Jahreswechsel dazu ein, über notwendige Entscheidungen, möglicherweise eine Neuausrichtung nachzudenken. Dies umso mehr, als wir derzeit in einem Umfeld leben, das von geopolitischen Spannungen, wirtschaftlicher Unsicherheit und gesellschaftlicher Polarisierung geprägt ist. In solchen Zeiten steigt das Stressniveau.
Gerade Frauen stehen im Alltag häufig vor ambivalenten Rollenbildern und diffusen Erwartungen: souverän im Beruf und im privaten Umfeld, empathisch, leistungsfähig und gleichzeitig ausgeglichen sein - so lautet nicht selten die eigene Erwartungshaltung. Wenn äußere Unsicherheit hinzukommt, verstärkt sich der Druck, Orientierung in Situationen zu finden, in denen keine klaren Antworten existieren.
Ein psychologisch bedeutsamer Faktor, der uns befähigt, flexibel und innerlich stabil durch komplexe Situationen zu navigieren, ist die Ambiguitätstoleranz. Dieser Begriff beschreibt die Fähigkeit, Mehrdeutigkeit, Unsicherheit und widersprüchliche Informationen emotional und kognitiv auszuhalten, ohne in Überforderung, Vermeidungsverhalten oder starre Denkmuster zu fallen. Studien zeigen, dass eine hohe Ambiguitätstoleranz mit Resilienz, lösungsorientiertem Denken, besserer Entscheidungsfähigkeit sowie einem stabileren psychischen Wohlbefinden verbunden ist.
Die gute Nachricht: Ambiguitätstoleranz ist trainierbar.
Im Coaching arbeiten wir beispielsweise an der bewussten Reflexion individueller Denkmuster, dem Umgang mit emotionaler Aktivierung, Rollen - und Perspektivwechseln, der Definition der persönlichen Werte, Techniken zur Stressregulation. Ziel ist es, Unsicherheiten nicht reflexhaft beseitigen zu wollen, sondern Strategien zu entwickeln, die echten Gestaltungsspielraum ermöglichen: differenziertes Denken, bewusstes Abwägen, ein resilientes Selbstbild und die Fähigkeit, Entscheidungen auch dann zu treffen, wenn nicht alle Variablen bekannt sind.
In meinem Coaching biete ich einen strukturierten Rahmen, in dem meine KlientInnen ihre eigenen Stärken wahrnehmen, mentale Belastungen regulieren und innere Stabilität aufbauen können. Dadurch entsteht ein konstruktiver Umgang mit der Realität, wie sie ist – nicht als Flucht in Optimismus, sondern als reflektierte Haltung, die Komplexität anerkennt und dennoch klare, lösungsorientierte Schritte ermöglicht.
In einer Welt, die immer weniger berechenbar erscheint, wird Ambiguitätstoleranz zu einer zentralen Zukunftskompetenz. Sie schützt vor Überforderung, stärkt die Selbstwirksamkeit und fördert eine gesunde, unabhängige Entscheidungsfähigkeit. Ambiguitätstoleranz unterstützt uns dabei, handlungsfähig zu bleiben, die eigene Perspektive zu weiten und Unklarheit nicht als Bedrohung, sondern als veränderbare Rahmenbedingung zu begreifen.
Wenn Du Deine psychische Widerstandskraft weiterentwickeln möchtest, begleite ich Dich gerne auf diesem Weg.




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